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Kabelbruch, was nun?

Kabelbruch reparieren

In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie in wenigen Schritten einen Kabelbruch selbst reparieren. Wir erklären Ihnen, wie Sie die Bruchstelle lokalisieren, reparieren und wie Sie in Zukunft Kabelbruch vermeiden.

 

Reparatur lohnt sich

Kabelbruch ist so ziemlich die häufigste Verschleißerscheinung bei elektrischen Geräten. Am meisten sind dünne Kabel betroffen, wie z.B. Kopfhörerkabel oder Ladekabel von Handys. 

Hier gibt es gleich zwei Probleme: das Kabel ist erstens sehr dünn, die Innenleiter sind nicht ausreichend geschützt und zweitens wird es auch noch sehr häufig bewegt bzw. geknickt. Kabelbruch ist also vorprogrammiert. 

Die Bruchstellen oder Wackelkontakte entstehen meistens an den Anschlüssen. Im Fall von Kopfhörerkabeln, also am Klinkenstecker oder an den Kopfhöreranschlüssen. Gerade bei qualitativ minderwertigen Kopfhörern ist dies zu beobachten. 

Bevor Sie das Headset/den Kopfhörer oder das Ladekabel neu kaufen, sollten Sie jedoch überlegen, den Kabelbruch selbst zu reparieren. Gerade bei teurer Ware lohnt sich das. Denken Sie etwa an Verlängerungskabel, wo 20 m um die 30 Euro kosten. So etwas wirft man doch nicht gleich weg, oder? Allerdings sollten Sie dafür über Werkzeug wie Lötkolben oder Crimpzange verfügen.

Experten-Tipp: Bevor Sie an der Hauselektrik arbeiten, sollten Sie immer die Sicherheitsvorschriften beachten. Dazu gehören auch das Abschalten der Sicherung und die Kontrolle mit dem Phasenprüfer.

Anleitung zum Kabel reparieren

Der Strom fließt nicht mehr richtig? Sie haben einen Wackelkontakt im Kabel? Als erstes müssen Sie nun die Stelle lokalisieren, an der das Kabel gebrochen ist.

1. Schritt: Kabelbruch finden

Stromkabel aufgeschnitten

Ist das Kabel auch äußerlich an der Isolierung beschädigt, ist der Kabelbruch schnell gefunden. Etwas schwieriger ist es, wenn der Kabelbruch unsichtbar ist. Das Bild zeigt, wie ein Kabel im Innern aussieht. Ein Standard-Stromkabel mit Stecker, wie es zum Betrieb von elektrischen Geräten verwendet wird (PVC-Schlauchleitung), hat drei bis 5 Adern. Die Kupferadern selbst sind auch nochmal mit PVC isoliert. Ist einer oder sind mehrere Adern defekt kann der Strom nicht mehr richtig fließen. Die Folge ist, das angeschlossene Gerät funktioniert nur temporär oder gar nicht mehr. 

Um den Kabelbruch bei einem äußerlich ganzen Kabel zu finden, schließen Sie es an und bewegen Sie es. An der Stelle, wo der Wackelkontakt auftritt, also das Radio, der Kopfhörer, etc. nicht mehr richtig spielt, ist der Kabelbruch. Testen Sie so Stück für Stück das defekte Kabel durch.  

2. Schritt: Das defekte Kabelstück herausschneiden

Wenn Sie die kaputte Stelle am Kabel gefunden haben, klemmen Sie es vom Strom ab und schneiden Sie die defekte Stelle heraus. Achten Sie darauf, alle Adern sauber und gleichmäßig zu trennen.

3. Schritt: Adern abisolieren

Das Kabel ist getrennt, an beiden Enden liegen die einzelnen Adern frei. Damit diese Adern neu verbunden werden können, müssen sie vorsichtig abisoliert werden. Isolieren Sie gleichmäßig und ruhig großzügig ab, so haben Sie mehr Platz zum Arbeiten.

4. Schritt: Adern verbinden

Nachdem alle Kupferadern freigelegt sind, müssen Sie diese der Farbe ihrer Ummantelung nach verbinden. Bevor Sie dies tun, schieben Sie auf das eine Ende der Ader jeweils einen Schrumpfschlauch. Dieser dient nach der Verbindung der Adern dazu, diese wieder zu isolieren. 

Um die Kupferadern zu verbinden, gibt es mehrere Möglichkeiten:

a) Verlöten

Die (noch) gebräuchlichste Art Kabel zu verbinden, ist das Löten. Dazu benötigen Sie Lot (Lötzinn) und einen Lötkolben. 

Erhitzen Sie mit dem Lötkolben das Lot und tragen Sie es auf die Kupferadern auf. Legen Sie beiden Aderenden aufeinander und erhitzen Sie das dort aufgetragene Lötzinn erneut. Durch das weiche Metall kleben die beiden Enden aneinander. Erkaltet das Lötzinn ist die Verbindung fest. 

Schieben Sie anschließend den Schrumpfschlauch über die Lötstelle und erhitzen Sie ihn. Der Schlauch zieht sich dadurch zusammen und die Lötstelle ist optimal isoliert. 

Lötsinn und Lötkolben sind im Baumarkt erhältlich. Eine Rolle Lötzinn kostet etwa 5 Euro, ein Lötkolben ca. 15 Euro

VIDEO: Kabelbruch löten

b) Crimpen

Eine Alternative zum Löten ist das Crimpen. Dabei werden die Adernenden miteinander verquetscht (vercrimpt). Dafür benötigen Sie jedoch spezielles Werkzeug und Material – Crimpzange und sogenannte Quetsch-Steckverbinder wie Rundsteckhülsen und Rundstecker. 

Stecken Sie Steckhülse und Rundstecker jeweils auf die gegenüberliegenden Enden der Adern. Drücken Sie mit der Crimpzange die Quetsch-Steckverbinder an den Aderenden fest. Anschließend stecken Sie Hülse und Stecker zusammen. Führen Sie diese Prozedur für alle weiteren Adern des Kabels durch. 

Die Steckverbindungen sind sehr robust und halten auch größerer Zugbelastung stand – im Gegensatz zu einer Lötverbindung. Deshalb ist Crimpen auch immer beliebter – vor allem in der Tontechnik. 

Mit einem Schrumpfschlauch können Sie die offenen liegenden Aderverbindungen isolieren. Gehen Sie dabei wie oben beim Löten beschrieben vor.

Quetsch-Steckverbindungen gibt es in verschiedenen Größen je nach Kabelart (100 Stck. ab 5 Euro) im Elektrofachhandel und Baumarkt, ebenso die Crimpzange (ab 20 Euro).

VIDEO: Kabel crimpen

c) Verdrillen

Die einfachste Methode Kabel zu verbinden, ist die beiden Aderenden zu verdrillen. Dabei werden die Kupferdrähte aufeinander gelegt und miteinander verwickelt. 

Eine ordentliche Verdrillung (Verseilung)erreichen Sie, indem Sie die Drähte um die vertikale Achse immer und wieder drehen, bis Sie eine feste Verbindung haben. Für die Isolierung der offenen Stelle, empfiehlt sich auch hier die Schrumpfschlaumethode. Alternativ können Sie Isolierband verwenden. 

Achtung: Diese Art der Kabelverbindung ist sehr unsicher und als langfristige Reparaturmaßnahme – gerade bei Kabeln, die häufig im Gebrauch sind und mechanisch beansprucht werden – eher nicht zu empfehlen.

So vermeiden Sie Kabelbruch

Sie haben das Kabel erfolgreich repariert? Damit dieses und andere Kabel in Ihrem Haushalt lange halten, sollten Sie die Kabel entsprechend sorgfältig benutzen und lagern. Im folgenden Abschnitt erfahren Sie, wie Sie Kabelbruch erfolgreich vermeiden.

  • Vermeiden Sie häufiges und enges Aufrollen des Kabels 
  • Vermeiden Sie Kabelsalat 
  • Achten Sie darauf, dass die Kabel an den Kontaktstellen nicht abknicken 
  • Lagern Sie Stromkabel /Verlängerungskabel ordnungsgemäß 
  • Ziehen Sie Netzkabel immer am Stecker aus der Steckdose

VIDEO: Verlängerungskabel richtig aufwickeln

VIDEO: Federtrick für Kabel

 

Wann lohnt sich die Reparatur nicht?

Je teurer das Kabel bzw. das Komplettgerät, desto eher kommt eine Reparatur infrage. Grundsätzlich nicht empfehlenswert ist die Reparatur eines Netzwerkkabels (Patchkabel). Aufwand und Ergebnis stehen in keinem guten Verhältnis. Hier ist es besser ein neues Netzwerkkabel zu kaufen (Kosten rund 5 Euro / 15 m). 

Bei billigen Kopfhörern, bspw. Ohrstöpsel-Kopfhörern, wie sie im Lieferumfang von Smartphones enthalten sind, lohnt sich die Reparatur nicht. Haben Sie aber einen hochwertigen Hörer ab 30 Euro aufwärts, sollten Sie die Reparatur des Kabelbruchs unbedingt in Erwägung ziehen. 

Ebenfalls entscheidend ist die Frage, wo das Kabel gebrochen ist. Ein Bruch direkt am Anschluss zum Stecker oder Gerät ist oftmals komplizierter oder gar nicht zu reparieren. Des betrifft vor allem Stecker, die komplett verschweißt sind, und sich nicht öffnen lassen. Leider sind viele Stecker so gearbeitet, so dass meistens das ganze Gerät entsorgt werden muss. 

Bei Kopfhörern empfiehlt es sich, ein Gerät zu wählen mit Kabel-Anschluss (Klinke). So kann das Kabel bei Kabelbruch einfach ausgetauscht werden und der Kopfhörer selbst bleibt erhalten.

Gefahren durch Kabelbruch

Zwischen offenen liegenden Adern einer Leitung oder bei nicht genügend Abstand der Adern kann es zum Spannungsüberschlag kommen. Dadurch entsteht ein Lichtbogen, der mehrere tausend °C heiß werden kann. Es kommt zum Kabelbrand. Kabel mit beschädigten Isolierungen sind deshalb sofort zu isolieren oder zu ersetzen bzw. zu entsorgen. 

Ein Brandschutzschalter schützt vor Kabelbrand. Er erkennt frühzeitig Störungen durch Fehlerlichtbögen und schaltet den Strom ab. 

Außerdem sind nicht isolierte Leitungen eine Gefahrenquelle für Stromschlag. Bei Berührung der defekten Stelle fließt Strom durch den Körper. Schwere Verletzungen bis hin zum Tod sind die Folge. Gerade für Kinder und Haustiere, die sich der Gefahr nicht bewusst sind, ist ein Kabelbruch lebensgefährlich. 

Lesen Sie für den Notfall, welche Rettungsmaßnahmen Sie bei Stromschlag ergreifen müssen. Schützen Sie sich vor gefährlichem Stromschlag mit einem FI-Schalter.

 
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